Zwei Frauen auf der Flucht …

Celia Martin: Von Liebe und Tod. Lesbischer Krimi Noir. Ab August als ebook und print.

Celia Martin: Von Liebe und Tod. Lesbischer Krimi Noir. Ab August als ebook und Taschenbuch.

Daria ist eine gefährliche Frau, die von einem noch gefährlicheren Mann einen Auftrag erhält: Suche Eve, bring sie zum Reden und sorg dafür, dass sie mir nicht mehr gefährlich wird.
Schon die erste Begegnung der beiden Frauen sorgt bei Daria für ein merkwürdiges Gefühl im Bauch. Die Frau, die sie in ihrer Gewalt hat, ist einfach viel zu aufregend. Dann bricht die Hölle über die beiden herein und ehe sie es sich versehen, sind sie auf der Flucht vor einem gemeinsamen Feind und haben keine Ahnung, wer ihnen beiden da ans Leder will.
Während Eve sehnsüchtig an ihre chinesische Geliebte Shenmi denkt, hat Daria anderes im Kopf. Sie muss ihr Leben retten, und das ihres Opfers noch dazu. Denn tote Frauen reden nicht mehr. Oder hat sie andere Gründe, Eve am Leben zu lassen?
Während Daria und Eve, mißtrauisch und gleichzeitig voneinander fasziniert, versuchen, ihren Feind zu entlarven, sind sie aufeinander angewiesen. Doch dann werden die Karten neu gemischt und die beiden finden sich auf unterschiedlichen Seiten wieder. Es beginnt erneut ein Ringen um Vertrauen, Liebe und Tod.

 

Als Daria Eve das erste Mal sah, hing die an einem Seil von der Decke eines Kellers und starrte die Frau vor sich hasserfüllt an.

Eve war nackt, man hatte ihr die Arme über dem Kopf gefesselt. Sie musste höllische Schmerzen empfinden, stöhnte aber nicht einmal.

Daria ging langsam auf die Gefangene zu. Unwillkürlich glitt ihr Blick dabei weg von den zornfunkelnden hellgrünen Augen. Über die kleinen Brüste, den flachen Bauch, die linke, blutverkrustete Hüfte. Um an dem lockigen Dreieck zwischen Eves Schenkeln hängenzubleiben. Ein helles Kastanie, dunkler als das kurze Haar, das von Schmutz und Schweiß verklebt vom Kopf abstand.

Der Geruch, der von der Frau in Ketten ausging, traf Darias Nase. Sie trat einen weiteren Schritt näher.

»Hallo Daria«, sagte die, die sich Tara nannte.

»Hat sie geredet?«, fragte die Angesprochene, ohne den Blick von Eve abzuwenden.

»Nein.« Tara stellte sich neben Daria, verschränkte die Arme und schaute die Gefesselte versonnen an. »Wir haben sie noch nicht richtig befragt«

Richtig bedeutete: hartes Verhör.

»Wir wollten auf dich warten, auf deine Befehle.«

Daria nickte gedankenverloren.

Ein Jammer, dass sie sowieso sterben muss, egal, ob sie jetzt redet oder nicht, bedauerte sie innerlich das, was unweigerlich kommen würde.

Und das auch noch durch Darias eigene Hand.

Sie wandte sich seufzend zu Tara um und nahm das Messer entgegen, das ihr ihre offizielle Stellvertreterin reichte.

»Gut, dann wollen wir das Vögelchen mal zum Singen bringen.«