Lesbisches Klischee? Lesbisches Klischee! – Why not?

Was ist denn eigentlich ein Klischee?
  1. 1.
    festgefahrene Vorstellung, Vorurteil.
    „Er denkt nur noch in Klischees.“
  2. 2.
    abgegriffene Redewendung.
    „Sie redet in Klischees.“

Und können wir überhaupt ohne? Nö. Weder im wahren Leben noch in Geschichten, das wäre gerade bei heiteren Romanen höchst abturnend. Oft ist ein liebevoll verwendetes Klischee, eine augenzwinkernde Spielerei mit den Eigenarten der einzelnen Typen das „Salz in der Suppe“. Denn eines ins klar, wir müssen unsere Figuren lieben, auch wenn sie manchmal nervig sind.

 Ob Lipstick-Lesbe (Henriette von Lojewski), oder Butch (Olga! Ich liebe sie und den Standardtanz :-)!),ob Lila-Latzhosen-Lesbe (Käthe – Spaßbremse No. 1 meiner WG-Frauen),  oder die Bi-Frau (meine toughe Privatdetektivin Julia) –  und natürlich die Femme total (Tina ♥♥♥) –  so weiter und so fort. Es gibt so viele Kategorisierungen, dass es eine wahre Freude ist. Wäre ja auch ein bisschen merkwürdig, wenn SIEs alle gleich wären.
Und was fällt uns dazu noch ein?
Zu dem Thema „Sexuelle Orientierung“ hat Annie von Rainbowfeelings vor einiger Zeit auf lesbianchic einen lesens- und sehenswerten (Tomboy Ruby Rose … oh girl  …) Beitrag geschrieben.

Reisetipps für Reykjavík

Das Boot der ersten Siedler. Reykjavik, Hafenpromenade.

Das Boot der ersten Siedler. Reykjavík, Skulptur an der Hafenpromenade.

Es gibt ja so Fleckchen auf dieser Welt, die ziehen uns mehr an, als andere. Für mich zählt Reykjavík dazu. In die „nördlichste Hauptstadt der Welt“ habe ich mich vor einigen Jahren sofort verliebt.

Kein Wunder also, dass Islands Mini-Metropole in verschiedenen Kurzgeschichten und in meinem aktuellen Krimi Noir „Von Liebe und Tod“ eine Rolle spielt.

Da sich die Beliebtheit des Landes in den letzten Jahren gewaltig gesteigert hat, hier ein paar allgemeine Tipps für Trips auf die Insel aus Feuer und Eis.

Reisezeit und Wetter

Es gibt Sommer und Winter. Der Sommer beginnt ab Mai und geht bis Anfang September. Es ist auch die Hauptreisezeit. Spontan eine Unterkunft zu finden ist schwierig, auf jeden Fall reservieren. Die meisten Touristen kommen aus Großbritannien, Deutschland und den USA. Sommers ist es nachts fast durchgängig hell. Am besten daher ein Hotel mit zusätzlicher Verdunkelung wählen oder eine Schlafbrille mitnehmen. Im Winter hingegen bleibt es auch tagsüber überwiegend dunkel. Dafür hat man eine höhere Chance, Nordlichter zu beobachten.

Das isländische Wetter kann man elegant mit „unbeständig“ umschreiben. Es kann innerhalb kürzester Zeit umschlagen von Sonne in Wind und Regen oder sogar Schnee und wieder zurück.

Reykjavík erkunden

Die Stadt ist übersichtlich, die Innenstadt gut zu Fuß und der Rest mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden. Wer mit dem Leihwagen außerhalb unterwegs ist sollte daran denken, dass es weite Strecken über unbesiedeltes Land geht und stets den Anzeiger für die Tankfüllung im Auge behalten.

In puncto Sicherheit ist Reykjavík top, die Isländer selbst erklären es sich damit, dass sie „doch alle um drei Ecken miteinander verwandt“ seien.

Für Zwischenstops findet sich an jeder Ecke sich ein Café oder Restaurant. Abends öffnen heiße Clubs ihre Pforten.

Unbedingt ansehen sollte man sich in der Stadt  das Saga Museum, die Hallgrimskirche, die beide einen unglaublichen Blick über die Stadt erlauben, und wer möchte, kann am Hafen in eines der Walbeobachtungsbote steigen und Papageientaucher, Delfine oder Wale sichten.

Blick über Reykjavik vom Perlan aus. Foto: Celia Martin

Blick über Reykjavik vom Perlan aus. Foto: Celia Martin

Ausflüge

Von Reykjavík aus problemlos, auch per Bus,  zu erreichen sind viele Sehenswürdigkeiten, darunter die Blaue Lagune, einige Geysire und der Gulfoss-Wasserfall.

Elfen und Trolle

Die Isländer glauben an Elfen und Trolle, die mit ihnen die Insel teilen. Und das ganz ernsthaft, es gibt eine Beauftragte, die unter anderem einschreitet, wenn Straßen oder Gebäude an einem der Orte errichtet werden, an dem die unsichtbaren Mitbewohner zuhause sind. Wer mehr über Elfen und Trolle erfahren möchte, kauft sich eine „Karte der verborgenen Welten“ und fährt nach Hafnarfjördur, wo sich besonders viele der magischen Wesen aufhalten sollen.

Essen und Trinken

Wer nicht gerade kulinarisch abenteuerlustig ist, kann die isländischen Spezialitäten wie gefüllten Schafskopf, Hammelhoden oder fermentierten Hai  getrost links liegen lassen. Es gibt weitaus Besseres! Allgemein ist das Essen in Island qualitativ sehr gut. Gewächshäuser für Gemüse werden mit Geothermik aus den heißen Quellen beheizt, Lachs und Lamm sind von exzellenter Qualität. Unbedingt probieren: Roggenbrötchen (aus dem Erdofen), Skyr (die isländische, proteinreiche Quarkvariante) mit Blaubeeren, Fisch und zum Abschluss einen Brennivín, einen Kümmelschnaps.

A propos Alkohol: Die Isländer gelten als trinkfest und sind es auch. Allerdings seltener unter der Woche. Sie heben sich ihre berühmte rúntur, eine Kneipentour mit allem drum und dran, für das Wochenende auf. Da geht es rund und kann sehr laut werden in der Innenstadt.

Kaufen kann man Hochprozentiges aber weder an Tankstellen noch in Supermärkten, da gibt es nur das Leichtbier fast ohne Alkohol. Lediglich staatlich lizenziserte Vínbudíns verkaufen Bier, Wein, Schnaps.

Das wichtigste Getränk im Alltag ist sowieso Kaffee (kaffi).  Er wird in den meisten Cafés einmal nachgeschenkt.

Trinkgeld gibt es nicht und man gibt es auch nicht.

Island Ponys. Ganz relaxed. Foto: Celia Martin

Island Ponys. Ganz relaxed. Foto: Celia Martin

Mitbringsel

Wer das Übliche sucht, wird hier gottlob nicht oft fündig, die Isländer mögen individuelle Geschäfte lieber als seelenlose Ketten. Zum Bummeln empfiehlt sich die Laugavegur, die Haupteinkaufsstraße mit ihren hübschen Quersträßchen. Sehr isländisch und angesagt sind Accessoires aus Fischhaut, warme Islandpullover und Musik von Bands wie Sigur-ros, die ja schon bei GoT mal mitgewirkt haben. Beautyjunkies hingegen freuen sich über die angesagten und begehrten isländischen Marken wie „Blue Lagoon“ und „ETF Bio Effect“.

Preise

Island ist ein hochpreisiges Reiseland, Restaurants und vor allen Dingen Alkohol schlagen dabei besonders zu Buche. Darüber hinaus gelten recht hohe Mehrwertsteuersätze. Daher unbedingt Quittungen von den Einkäufen sammeln und vor Abreise direkt erstatten lassen. Bei der Einreichung von zuhause aus kriegt man sonst womöglich einen Scheck, der bei der Einlösung im Heimatland womöglich mehr kostet als bringt.

LGBT-freundlichkeit

Die Isländer sind, wie die meisten Skandinavier, ziemlich relaxt und akzeptant. Lesben können eigentlich überall hingehen. Mehr Infos über aktuelle Events und spezielle Locations gibt es bei der Anlaufstelle für LBGT, dem Samtökin ’78.

© Celia Martin, 2016

Einen älteren Artikel von mir über Reykjavík findet ihr bei weird.

Geschichten von Celia Martin die in oder um Reykjavík spielen:

„Weihnachtselfen“ in  der Kurzgeschichtensammlung „Die schöne Frau im Mond“

„Die Sache mit Aurora“ in der Kurzgeschichtensammlung „Tätowierte Herzen“

Im Krimi Noir „Von Liebe und Tod“ verschlägt es die Hauptpersonen zeitweise ebenfalls nach Island.

Wenn Lesben reisen …

 

… wollen sie es nicht nur schön, sondern auch „freundlich“ haben 😉

Einst, das Internet, so wie wir es heute kennen, gab es noch nicht, jobbte ich gelegentlich bei einer Lesbenberatungsstelle. Wir kriegten zu der Zeit häufig Anfragen, wohin frau mit der Liebsten oder der Besten verreisen könne. Entsprechende  Infos zusammenzutragen, war eine Herausforderung. Neben recht beliebten Kreuzfahrten und dem Dauerbrenner Skala Eressos auf Lesbos konnte man die Angebote mit der Lupe suchen.

Heutzutage ist das alles kaum noch ein Problem. Insbesondere der Austausch zwischen Reiselustigen, Reisenden und Frauen vor Ort über Foren oder Blogs erleichtert die Suche nach einem lohnenden Urlaubsziel.

Damals wie heute gibt es echte Traumziele in puncto Akzeptanz und Toleranz, wie beispielsweise die skandinavischen Länder. Leider aber auch immer noch Gegenden, die Frauenpaare besser meiden sollten, zumindest, wenn sie sich nicht verstecken wollen. Wie es wo zugeht, das erforschen auch zwei „Travel-holics“, die ich für meinen Blog mal nach ihren Tipps befragt habe.

 

Die Uniqorn-Bloggerinnen Michaela und Candy aus Luxemburg machen mit ihren Reiseberichten Lust auf „Hin und Weg“ und checken, wie LGBTQ-freundlich es vor Ort zugeht. Ihr Ziel: einmal pro Monat unterwegs zu sein.

Celia Martin (CM): Zwölf Reisen pro Jahr – ein ganz schönes Pensum. Oder?

Michaela und Candy (M&C): Ja, das ist unser Ziel, jedoch sind es nicht immer „große Reisen“, manchmal sind es einfach nur Citytrips übers Wochenende. Wir wohnen in Luxembourg, und innerhalb von ein paar Stunden ist sehr vieles mit dem Auto erreichbar.

CM: Ist euer Blog ein Hobbyprojekt oder möchtet ihr irgendwann davon leben?

M&C: Zur Zeit ist es ein Hobbyprojekt, da es uns einfach die Möglichkeit gibt von unseren Erlebnissen auch andere teilhaben zu lassen, aber natürlich wäre es unser Traum daraus eine fixe Einkommensquelle zu machen. Für uns steht jedoch zur Zeit an erster Stelle Spass am Projekt und an den Reisen zu haben, und wer weiss, vielleicht gelingt es uns irgendwann davon zu leben.

CM: Wie bereitet ihr euch auf eure Trips vor? Habt ihr dazu einen besonders guten Tipp für alle, die gerne reisen wollen, aber noch nicht so versiert sind wie ihr?

M&C: Wir bereiten uns auch mittels anderen Blogs vor, aber den LGBTQ part holen wir uns aus diversen Foren oder von Leuten vor Ort ,z.B. schreiben wir locals aus dem netzwerk Shoe.org an (Anm: internationale Lesbencommunity). Dadurch haben wir eine gute Mischung und Basis. Aber das meiste läuft meistens erst vor Ort ab, wir reden mit sehr vielen Leuten und holen uns Tips für das beste Restaurant oder Bar oder einfach sachen, die nur die Einheimischen machen. Am schönsten ist es immer finden wir, nicht als Tourist aufzufallen und sich so zu integrieren als wäre man ein Einheimischer 🙂 Sehr gut sind auch offline Apps um zB die richtige U-Bahn zu finden etc.

CM: Wie war die letzte Reise?

M&C: Wir haben eine Italien Reise gemacht – waren davon 4 Tage an der Prosecco Strasse in Maser , haben Bassano del Grappa gesehen, eine Tour durch die Weinberge gemacht und eine private Kellerei Besichtigung gemacht. Danach ging es weiter nach Trento, ist zwar nur 2h entfernt, aber eine total andere Welt. Wir haben uns für Italien entschieden da wir das Essen & den Wein dort sehr lieben und die Leute sehr herzlich sind. Die meisten Menschen fahren eher ans Meer, aber Italien ist so vielfälitg und es gibt so viel zu sehen und zu entdecken. Wir waren schon 3x da und haben immer noch nicht genug. Es ist einfach schön, durch die kleinen Dörfer zu schlendern, hier und da etwas gutes zu Trinken oder zu Essen. Dieses mal war es wirklich atemberaubend, wir haben in einer Pension direkt neben einer Prosecco Kellerei geschlafen und die Gastgeberin hat uns aufgenommen wie ihre eigene Familie. Italien ist auch sehr Lesben freundlich und für uns ist es auch wichtig, immer wir selbst sein zu können.

CM: Wie wird die nächste Reise?

M&C: Unsere nächste Reise geht nach Shanghai. Wir verbringen dort ca 2 Wochen und es wird auf jeden Fall etwas ganz neues sein. Keiner von uns war bis dato in Asien und wir haben auch noch keine Vorstellung  von dem was uns erwarten wird. Wir werden da bei einer Freundin wohnen, die uns hoffentlich ein guter Guide sein wird 🙂

CM: Was muss immer mit?

M&C: Also mit muss auf jeden Fall unser Uniqorn Bag (Turnbeutel mit unserem Logo). Es ist einfach praktisch einen kleinen Rucksack dabei zu haben. Dadrin ist ist unsere Gopro und diverse Mützen und Kappen, man weiß ja nie wie das Wetter wird. Bücher nehmen wir selten mit. Ausser es geht wirklich nur an den Strand, dann kommt das immer noch nicht fertig gelesene und bestimmt 3x angefangene orange is the new black buch mit. Ansonsten sind wir eher der Zeitschriften Typ.

CM: Was macht ihr, wenn ihr nicht reist?

M&C: Wir sind beide berufstätig, Candy ist Grafiker und ich arbeite in der Logistikbranche, haben aber relativ flexible Jobs mit einigen Urlaubstagen. Wir finanzieren uns unsere Trips durch sparen, wobei man dazu sagen muss das wir schon immer kucken, dass wir das beste Preis-Leistungs-Verhältnis aus unseren Reisen rausholen (Specials von der Lokalen Fluggesellschaft, Hotels über Secret Escapes (Anm: Ist nix Unanständiges, sondern ein Online-Reisevermittler für Luxushotels zu Sonderpreisen) etc.)

CM: Vielen Dank und weiterhin viel Spass auf euren Reisen.

Neugierig geworden? Mehr über die beiden erfahrt ihr auf ihrem Blog „The traveling uniqorns“.

Aufräumen

So schön aufgeräumt hier!

So schön aufgeräumt hier!

 

Wieder einmal ist ein Manuskript fertigt, wieder einmal räume ich meinen Schreibtisch und das Drumherum auf.
Dabei fällt mir Dies und Das in die Hände, was sich in den letzten Wochen in den diversen Stapeln verirrt hat. Eine Ansichtskarte (wie schön, dass es noch Leute gibt, die welche schreiben), ein paar Zeitungsartikel (mein Hang, vermeintlich Interessantes zu horten ist legendär), ein Foto von einem Eishotel auf Grönland (das hat was mit der Geschichte zu tun). Ganz nebenbei fällt mir ein, dass ich zu diesem Thema einmal eine Kolumne mit dem Titel „Feng Shui oder die Freuden des Aufräumens“ geschrieben habe. Immerhin, einige der guten Vorsätze werden immer noch in die Tat umgesetzt. Gelegentlich unvermutet Dinge aufzustöbern macht aber auch Spaß!

Ach ja, und was das Eishotel betrifft – bald mehr zum neuen Buch hier im Blog.