Warum ich Reiseblogs liebe

pier-569314_1280

 

Als Schriftstellerin bin ich in einer wirklich guten Position: Ich kann meine Heldinnen auf dem Papier um die Welt reisen lassen. Dabei schwinge ich gefühlsmäßig gerne ein bisschen mit. Ist doch so chic, sich vorzustellen, man selbst sei in Montreal oder Singapur, am Wolfgangsee oder auf Amrum.

Lest den ganzen Text als Gastbeitrag für den Reiseblog uniqorn_logo_black

Mit den beiden Travelholics habe ich kürzlich bereits ein Interview für meinen Blog geführt.

Lecker reinhören in das Adventskalenderbüchlein „Acht Frauen im Schnee“

Celia Martin - Acht Frauen im Schnee. Butze Verlag.

Celia Martin:  Lesbisch für Anfängerinnen – Acht Frauen im Schnee. Butze Verlag.

Der Buchtrailer für das weihnachtliche Geschenkbüchlein „Lesbisch für Anfängerinnen – Acht Frauen im Schnee“ ist jetzt online.

Der lesbische Adventskalender der ganz besonderen Art – suche das Symbol und finde das richtige Kapitel dazu – ist ein ideales Geschenk für die Beste, die Liebste, sich selbst.

Passt zur Vorweihnachtszeit wie der Zimtstern zum Tee 🙂

Sie liest - Acht Frauen im Schnee. Butze Verlag.

Sie liest – Acht Frauen im Schnee. Butze Verlag.

Mal reinhören?

Reisetipps für Reykjavík

Das Boot der ersten Siedler. Reykjavik, Hafenpromenade.

Das Boot der ersten Siedler. Reykjavík, Skulptur an der Hafenpromenade.

Es gibt ja so Fleckchen auf dieser Welt, die ziehen uns mehr an, als andere. Für mich zählt Reykjavík dazu. In die „nördlichste Hauptstadt der Welt“ habe ich mich vor einigen Jahren sofort verliebt.

Kein Wunder also, dass Islands Mini-Metropole in verschiedenen Kurzgeschichten und in meinem aktuellen Krimi Noir „Von Liebe und Tod“ eine Rolle spielt.

Da sich die Beliebtheit des Landes in den letzten Jahren gewaltig gesteigert hat, hier ein paar allgemeine Tipps für Trips auf die Insel aus Feuer und Eis.

Reisezeit und Wetter

Es gibt Sommer und Winter. Der Sommer beginnt ab Mai und geht bis Anfang September. Es ist auch die Hauptreisezeit. Spontan eine Unterkunft zu finden ist schwierig, auf jeden Fall reservieren. Die meisten Touristen kommen aus Großbritannien, Deutschland und den USA. Sommers ist es nachts fast durchgängig hell. Am besten daher ein Hotel mit zusätzlicher Verdunkelung wählen oder eine Schlafbrille mitnehmen. Im Winter hingegen bleibt es auch tagsüber überwiegend dunkel. Dafür hat man eine höhere Chance, Nordlichter zu beobachten.

Das isländische Wetter kann man elegant mit „unbeständig“ umschreiben. Es kann innerhalb kürzester Zeit umschlagen von Sonne in Wind und Regen oder sogar Schnee und wieder zurück.

Reykjavík erkunden

Die Stadt ist übersichtlich, die Innenstadt gut zu Fuß und der Rest mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden. Wer mit dem Leihwagen außerhalb unterwegs ist sollte daran denken, dass es weite Strecken über unbesiedeltes Land geht und stets den Anzeiger für die Tankfüllung im Auge behalten.

In puncto Sicherheit ist Reykjavík top, die Isländer selbst erklären es sich damit, dass sie „doch alle um drei Ecken miteinander verwandt“ seien.

Für Zwischenstops findet sich an jeder Ecke sich ein Café oder Restaurant. Abends öffnen heiße Clubs ihre Pforten.

Unbedingt ansehen sollte man sich in der Stadt  das Saga Museum, die Hallgrimskirche, die beide einen unglaublichen Blick über die Stadt erlauben, und wer möchte, kann am Hafen in eines der Walbeobachtungsbote steigen und Papageientaucher, Delfine oder Wale sichten.

Blick über Reykjavik vom Perlan aus. Foto: Celia Martin

Blick über Reykjavik vom Perlan aus. Foto: Celia Martin

Ausflüge

Von Reykjavík aus problemlos, auch per Bus,  zu erreichen sind viele Sehenswürdigkeiten, darunter die Blaue Lagune, einige Geysire und der Gulfoss-Wasserfall.

Elfen und Trolle

Die Isländer glauben an Elfen und Trolle, die mit ihnen die Insel teilen. Und das ganz ernsthaft, es gibt eine Beauftragte, die unter anderem einschreitet, wenn Straßen oder Gebäude an einem der Orte errichtet werden, an dem die unsichtbaren Mitbewohner zuhause sind. Wer mehr über Elfen und Trolle erfahren möchte, kauft sich eine „Karte der verborgenen Welten“ und fährt nach Hafnarfjördur, wo sich besonders viele der magischen Wesen aufhalten sollen.

Essen und Trinken

Wer nicht gerade kulinarisch abenteuerlustig ist, kann die isländischen Spezialitäten wie gefüllten Schafskopf, Hammelhoden oder fermentierten Hai  getrost links liegen lassen. Es gibt weitaus Besseres! Allgemein ist das Essen in Island qualitativ sehr gut. Gewächshäuser für Gemüse werden mit Geothermik aus den heißen Quellen beheizt, Lachs und Lamm sind von exzellenter Qualität. Unbedingt probieren: Roggenbrötchen (aus dem Erdofen), Skyr (die isländische, proteinreiche Quarkvariante) mit Blaubeeren, Fisch und zum Abschluss einen Brennivín, einen Kümmelschnaps.

A propos Alkohol: Die Isländer gelten als trinkfest und sind es auch. Allerdings seltener unter der Woche. Sie heben sich ihre berühmte rúntur, eine Kneipentour mit allem drum und dran, für das Wochenende auf. Da geht es rund und kann sehr laut werden in der Innenstadt.

Kaufen kann man Hochprozentiges aber weder an Tankstellen noch in Supermärkten, da gibt es nur das Leichtbier fast ohne Alkohol. Lediglich staatlich lizenziserte Vínbudíns verkaufen Bier, Wein, Schnaps.

Das wichtigste Getränk im Alltag ist sowieso Kaffee (kaffi).  Er wird in den meisten Cafés einmal nachgeschenkt.

Trinkgeld gibt es nicht und man gibt es auch nicht.

Island Ponys. Ganz relaxed. Foto: Celia Martin

Island Ponys. Ganz relaxed. Foto: Celia Martin

Mitbringsel

Wer das Übliche sucht, wird hier gottlob nicht oft fündig, die Isländer mögen individuelle Geschäfte lieber als seelenlose Ketten. Zum Bummeln empfiehlt sich die Laugavegur, die Haupteinkaufsstraße mit ihren hübschen Quersträßchen. Sehr isländisch und angesagt sind Accessoires aus Fischhaut, warme Islandpullover und Musik von Bands wie Sigur-ros, die ja schon bei GoT mal mitgewirkt haben. Beautyjunkies hingegen freuen sich über die angesagten und begehrten isländischen Marken wie „Blue Lagoon“ und „ETF Bio Effect“.

Preise

Island ist ein hochpreisiges Reiseland, Restaurants und vor allen Dingen Alkohol schlagen dabei besonders zu Buche. Darüber hinaus gelten recht hohe Mehrwertsteuersätze. Daher unbedingt Quittungen von den Einkäufen sammeln und vor Abreise direkt erstatten lassen. Bei der Einreichung von zuhause aus kriegt man sonst womöglich einen Scheck, der bei der Einlösung im Heimatland womöglich mehr kostet als bringt.

LGBT-freundlichkeit

Die Isländer sind, wie die meisten Skandinavier, ziemlich relaxt und akzeptant. Lesben können eigentlich überall hingehen. Mehr Infos über aktuelle Events und spezielle Locations gibt es bei der Anlaufstelle für LBGT, dem Samtökin ’78.

© Celia Martin, 2016

Einen älteren Artikel von mir über Reykjavík findet ihr bei weird.

Geschichten von Celia Martin die in oder um Reykjavík spielen:

„Weihnachtselfen“ in  der Kurzgeschichtensammlung „Die schöne Frau im Mond“

„Die Sache mit Aurora“ in der Kurzgeschichtensammlung „Tätowierte Herzen“

Im Krimi Noir „Von Liebe und Tod“ verschlägt es die Hauptpersonen zeitweise ebenfalls nach Island.