Brauchen Autorinnen Verlage? – Teil 3

Vertragskonditionen – nicht alles, was sich gut anhört, ist auch gut

 Konditionen im Vertrag gut durchlesen

Einmal hatte ich schon den Füller in der Hand, um den Verlagsvertrag für ein Buch zu unterschreiben, da fiel mein Blick noch einmal auf den Passus, der mir nicht gefiel. Darin sollte ich mich verpflichten, nach dieser ersten Veröffentlichung für alle weiteren dem fraglichen Verlag das Recht einzuräumen, sie als erster zu prüfen. Im Klartext: Der Verlag hätte sämtliche Romane als Erster von mir angeboten bekommen müssen. Das empfand ich als nicht fair, denn ich möchte selbst entscheiden, wem ich was anbiete. Und ich möchte nicht unter Umständen monatelang warten müssen – es war überhaupt keine Prüfungsfrist angegeben – , bis ich ein Manuskript dann woanders anbiete.

Es gibt noch weitere Dinge, auf die zu schauen sich lohnt.

Heißt es etwa, die Tantiemen würden einmal jährlich ausbezahlt und zwar innerhalb von drei Monaten auf den Stichtag, heißt das: Bringt man sein Buch im Januar heraus, kann es 15 Monate dauern, bis man das erste Geld sieht! Das ist absolut indiskutabel. Selbst wenn man keine Bestsellerautorin ist, die monatlich ihre Kohle kriegt, kann man doch viertel- bis halbjährliche Abrechnungen erwarten.

Es ist auch nicht nur wichtig zu wissen, wie viel Prozent Tantiemen man erhält, sondern auch, wovon.

So ist der Nettoverkaufspreis (Ladenverkaufspreis minus Mehrwertsteuer) etwas ganz anderes als der Nettoverlagsabgabepreis. (Ladenverkaufspreis minus Händlerrabatt minus Mehrwertsteuer). Nimmt man 10% Tantieme an, ergibt sich im ersteren Fall eine wesentlich bessere Vergütung, als im zweiten. Also: Genau hinschauen und mal selber durchrechnen.

Zweifel an der Abrechnung? Autorinnen haben generell die Möglichkeit, in diesem Fall Einblick in die Unterlagen zu erhalten. Sitzt der Verlag aber im Ausland, ist es nicht unbedingt einfach und womöglich teuer, dieses Recht durchzusetzen.

Ein gute Adresse für alle Fragen rund um die Vertragsgestaltung ist „Traumziel Buch“ vom Uschtrin Verlag.

© Celia Martin, 2014

Brauchen Autorinnen Verlage? – Teil 1

Brauchen Autorinnen Verlage? – Teil 2

Nachtrag: Brauchen Autorinnen Verlage?

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