Kate im Playboy – First Bunny with no tits

Die unvergleichlich lässige Kate Moss ist zweifellos eines der ganz wenigen Topmodels, die diesen inzwischen inflationär gehandelten Titel absolut verdient haben. Kürzlich hatte sie einen runden Geburtstag, sie wurde vierzig. Auch der Playboy, das Magazin für (hm) Männer hatte einen runden und wurde sechzig. Da haben sich die beiden zusammengetan.

KATE MOSS als BUNNY !?

Ja. Genau. Die Britin hat sich ablichten lassen, für Titel und eine Strecke im Heft. Da finden sich unvergleichlich banale neben richtig sexy-coolen Aufnahmen. Kate ist Klasse. Aber in noch einer Hinsicht ist ihr Auftritt in diesem Magazin ein Novum. Die knabenhafte Moss hat es geschafft, die silikongeschwängerte Luft etwas zu verdünnen, sie ist vermutlich the first bunny with no tits. Aber vermutlich kaufen diesen Playboy nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen.

 

 

Leben, Tod und Bäume auf den Gräbern

Wenn es mal wieder soweit ist … machen sich nach einem Todesfall auch die (Über)Lebenden Gedanken. Zum eigenen Sterben (nicht zu früh, nicht zu spät, hoffentlich schnell und schmerzlos). Darüber, ob auch alle Dinge geregelt sind. Zu Zeiten unserer Eltern und Großeltern war das einfach. Man hatte sein Testament geschrieben, das Sparbuch lag im Küchenschrank, alles Wichtige im Banksafe und wenn die Beerdigung vorbei war, stritten sich die Erben trotzdem über dieses und jenes.

Heutzutage benötigt man umfangreiche Listen über alles mögliche, wer mehr als 3.50 Taler auf der Bank und womöglich noch einen Bausparvertrag hat sollte sich juristisch einwandfreie Gedanken über die Verteilung dieser und anderer weltlicher Güter machen. Dazu kommen vielerlei Formalitäten. Wer kein Jurastudium mit Schwerpunkt Erbrecht absolviert gleitet sowieso im Blindflug durch den Nebel der Verordnungen, Bestimmungen, Gebührenbescheide. Ach ja, im digitalen Zeitalter ist noch mehr dazu gekommen. Wer meldet wen bei WordPress ab (wie bei Wolfgang Herrndorf), cancelled die diversen accounts hier und dort. Wer kennt all die Passworte, mit denen wir die Türen und Tore unseres ach so modernen Lebens auf- und abschließen?

Manchmal wache ich morgens ganz früh auf und denke erschrocken darüber nach, was ich in dieser Hinsicht noch alles tun könnte, wenn ich denn wollte. Eine gute Freundin von mir hat dafür den Spruch „nach mir die Sintflut“. Der ist nicht neu, aber manchmal tut er gut. Wen interessiert’s, was nach mir ist? Mich nicht, ich bin ja nicht mehr da.

Einen schönen Brauch haben die Isländer. Stirbt einer von ihnen, darf jeder, der sich dazu berufen fühlt, einen Nachruf in die Zeitung setzen. Nicht so wie bei uns, nein, da schreiben sie frankly, was sie so gehalten haben von den Verstorbenen. Kurz oder lang, gelassen oder larmoyant, es kommen schon auch mal Worte wie „Sturkopf“ oder „es war nicht immer leicht mir ihr“ vor.

Und auf isländischen Friedhöfen gefällt mir eines ganz besonders gut: Es gibt Gräber, auf und neben denen Bäume wachsen. Aus denen Bäume wachsen. Da können sich dann künftige Generationen  vorstellen, dass in den Ästen und Blättern irgenwie noch etwas von dem oder der Verstorbenen steckt. Finde ich grandios.

Grab auf Friedhof in Reykjavik- © Celia Martin, 2014

Grab auf Friedhof in Reykjavik-
Foto © Celia Martin, 2014

© Celia Martin, 2014

Gern gelesen: Winterhauch von Nele Tabler

Ein paar Tage im hessischen Odenwald verbracht.

Mangels Winter ein Buch mit dem Titel „Winterhauch“ mitgenommen. Ein Odenwaldkrimi von Nele Tabler.

Wer ermordete den unbeliebten Beamten, die lebenshungrige „schöne Försterin“, den geirigen Ladenbesitzer und den Internet-Händler? Keiner will’s gewesen sein und Verbindungen zwischen den Toten scheint es erst einmal keine zu geben.

Anette aus Hamburg verbringt ihren Urlaub im Odenwald, doch die Frau, die sie einlud, ist tot. Rebecca mochte ihren temporären Vorgesetzten nicht, aber begeht man deshalb einen Mord? Und Björn muss sich seine Sporen beim Lokalblatt erst noch verdienen. Hat er sich zu weit aus dem Fenster gelehnt, als er in der Mordserie eigene Wege geht? Dann kommt noch die obligatorische Frau mit den schönen blauen Augen daher und sorgt bei einer der drei Personen für Verzückung.

Das Ende? Ziemlich ungewöhnlich.

Gute Unterhaltung, ungewöhnliche Story, angenehm spannend und flott zu lesen. Hat Spass gemacht!

 

© Celia Martin, 2014