Lovergirl

„Hallo ich bin Cinderella, willst du meine Princess Charming sein? Ich habe dein Foto in einem Flirtportal gesehen und war sofort fasziniert.“ Mit diesen Worten beginnt eine englischsprachige Mail, die ich vor einigen Tagen in meinem elektronischen Postfach fand.

Die Absenderin mit einem reichlich unaussprechlichen Namen hatte ein Bild von sich beigelegt, das eine hübsche junge Afrikanerin zeigt und das bestimmt genauso gefakt ist, wie die ganze Nachricht. Denn ich bin ganz sicher in keinem Flirtportal vertreten. Und zweitens sind Fotos von mir im Netz, aus gutem Grund, inzwischen Mangelware.

Vielmehr ist diese äußerst schmeichelhaft klingende Kontaktaufnahme eine ziemlich miese Masche. Würde ich antworten, würde die Person am anderen Ende, wer immer es auch sein mag, über liebevolle Mails sehr schnell versuchen, eine enge Verbindung zu konstruieren, womöglich noch mehr Fotos senden und bald ein Treffen vorschlagen. Das dann leider, leider durch ungünstige Umstände verzögert wird. Die leider, leider viel Geld kosten,  das ich dann schnellstmöglich ins Ausland transferieren soll. Die Masche der Loverboys eben, auf die wohl schon viele Frauen reingefallen sind. Oh, oh. Hände weg!

Tja, Pech gehabt Cinderella. Ich habe keinerlei Lust auf einen Flirt mit dir und deine Mail gleich gelöscht. Das ist das Beste, was man tun kann. Und wer auf echte Märchen steht, dem empfehle ich die coole Serie „Once upon a time“. Da wird jede Figur köstlich gegen den Strich gebürstet. Und das alles passt trotzdem viel besser in die Vorweihnachtszeit als falsche Liebesschwüre an eine Fremde.