Was darf sie, was ich nicht darf?

Meine Romanheldinnen. Haben Sie mehr Freiheiten als ihre Autorin? Müssen sie den gängigen Standards  in punkto Korrektheit folgen oder nicht?

Die Frage stellt sich bei der Entwicklung einer Figur immer wieder. Ich finde inzwischen, dass sie das nicht müssen. Wäre doch langweilig, immer so schrecklich brav zu sein. Also dürfen sie ruhig mal eine Nacht durchzechen. Der Kater am Morgen danach kann auf dem Papier auch lustig sein, da trennt sich Fantasie von Wirklichkeit. Die eine oder andere darf ab sofort auch qualmen. Sowieso geht gelegentlich auch mal ein Joint. Schlemmerorgien oder schlimme Ernährungsgewohnheiten ausleben. Sex zu dritt? Öh. Ja, wird auch mal Zeit.

Figuren dürfen im Bett liegen bleiben und sich die Decke über den Kopf ziehen, Verabredungen verpennen, ihre Miete nicht pünktlich bezahlen, ihr Girokonto überziehen, zur Lieblingsfeindin echt gemein sein, die Liebste anschwindeln, alle anderen sowieso, mit überhöhter Geschwindigkeit autofahren, in der U-Bahn schwarzfahren, Tassen gegen die Wand schmeissen und vieles mehr. Also vieles, was ich als ihre Erfinderin natürlich nie, nie, nie tun würde!

Brauch ich dann auch nicht mehr, macht ja Spaß, so richtig aus dem Vollen schöpfen zu können, mit einem kleinen Grinsen auf dem Gesicht den eigenen Romanfiguren grenzenlose Freiheiten einzuräumen. Und jetzt gehe ich dran und kreiere mal meine Traumfrau. Rein literarisch betrachtet, natürlich 😉

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