Wer ist Celia Martin?

Wer ist eigentlich Celia Martin? Ihr kennt meine Bücher, meine Geschichten, meine Heldinnen. Vielleicht könnt ihr auch auch denken, dass ich ein Faible für romantische, heitere und gelegentlich auch übersinnliche Storys habe. Aber immer wieder werde ich gefragt, was ich sonst noch so mag. Oder eben nicht. Hier eine kleine Liste der Celia likes und unlikes.

Was ich mag:

Menschen mit Humor. Menschen mit Herz. Menschen mit Hirn. Gerne alles zusammen.

Kaffeeduft. Für mich mit das Beste am Tag.

Regentage. Ja, ich mag den Regen. Zumindest gelegentlich. Wenn die Tropfen sanft fallen und ich mich zu Hause einkuscheln kann. Schreiben. Lesen. Kaffee trinken. Die Seele baumeln und die Fantasie wandern lassen.

Katzen. Meine Lieblingstiere, egal ob kuschelig wie meine eigenen oder wild wie Leoparden.

Fotografieren. Die Natur ist so wunderschön und vielfältig, ich halte gerne meine Eindrücke fest.

Kochen. Das wisst ihr vermutlich schon …

Pasta.

Großzügigkeit im Denken und Tun.

Bücher von Margaret Atwood. Ihr Blick auf die Menschen fasziniert mich immer wieder.

Lila und Grau sind meine Lieblingsfarben. Als Kleidung gerne gemixt.

Serien wie „Call my agent“ und „The Restaurant“.

Cecile de France. Eine der wandelbarsten Schauspielerinnen.

K.D Langs Version von „Crying“. Mein all-time-favorite

Was ich nicht mag:

Neid, Missgunst, Engstirnigkeit.

Kampfhunde.

Softdrinks.

Rote Bete.

Weiße Blusen (bin eine Kleckerliese …)

Sushi.

Horrorfilme.

Punkrock.

Megacitys.

In der Öffentlichkeit stehen. (Ich möchte, dass meine Bücher für mich sprechen).

Herz unter Eis – Leseprobe

21. Dezember

Last Christmas dudelte es an diesem Morgen bereits zum gefühlt einhundertsten Mal aus dem Radio und ich ertappte mich dabei, leise mitzusummen. Weihnachtslieder waren nicht mein Ding, so, wie Weihnachten überhaupt nicht mein Ding war. Aber diesen Song mochte ich schon immer. Im Hintergrund klapperte meine Großmutter mit dem Besteck. Sie mochte es nicht, wenn ich sie so nannte, und bestand auf ihren Vornamen.»Rosa, lass nur, ich mach das schon.« Ich warf den feuchten Lappen ins Waschbecken hinter dem Büfett, wischte mir die Hände an einem um die Hüfte gebundenen Küchentuch ab und ging in die Gaststube der kleinen Pension hinein.»Wie viele Gäste erwartest du denn?«, fragte ich angesichts des voll beladenen Tabletts mit Tassen und Untertassen. Kuchenteller und -gabeln standen und lagen schon auf den Tischen. Aus der Küche zog der Duft nach frisch gebackenem Kuchen.»Der Landfrauenverein kommt doch nachher. Zwei Dutzend Frauen. Wie immer am dritten Montag des Monats.« Schwer atmend ließ Rosa sich auf einen mit geblümten Polstern bezogenen Stuhl fallen. Sie hob eine Hand an die Brust und sah sich stirnrunzelnd um. Ich ahnte zu wissen, was sie dachte.

Wie lange kann ich das noch machen?

Rosa war siebzig, aber das sah man ihr nicht an. Sie trug das nur sehr spärlich mit Weiß durchzogene Haar meist zu einem lässigen dunkelgrauen Dutt gebunden und besaß eine Vorliebe für wild gemusterte Hosen und dicke, handgestrickte Pullis, die einer Sonia Rykiel alle Ehre gemacht hätten. Sie rauchte nicht, trank mäßig und war in Haus und Garten ständig in Bewegung. Aber die vielen Jahre in der Gastronomie forderten eben ihren Tribut. Die kleine Pension mit Kaffeeausschank, selbst gebackenem Kuchen, gemütlichen Fremdenzimmern, oberhalb des Sees idyllisch, aber etwas abseits in der kleinen Schwarzwaldgemeinde Blauberg gelegen, war ihr Lebensinhalt. Seit Großvaters Tod vor ein paar Jahren führte sie den Betrieb alleine. »Es ist nicht mehr viel«, hatte sie erst neulich verlautbaren lassen.

Ja, so war es. Die Gäste quartierten sich inzwischen lieber im rundum modernisierten Kurhotel direkt am Wasser des Blauberger Sees ein. Und auch wenn die Fremdenzimmer nicht mehr durchgängig belegt waren, das Café und die Weinstube der Pension Rosa florierten noch und verschafften seiner Besitzerin ein Auskommen.Ich schnappte mir Geschirr und Besteck und deckte die Tische. »Noch ein paar Kerzen und ein bisschen Tannengrün, dann sieht es richtig schön aus.«

»Ach, Ruby«, Rosa berührte mich am Arm. »Was täte ich nur ohne dich? Jetzt, wo Pilar und ihr Sohn nicht da sind.« Pilar war die gute Seele der Pension, auch ihr Sohn half immer mal wieder aus. Während ihres Urlaubs war ich eingesprungen. Ich murmelte etwas über Semesterferien und dass ich gerne half. Tatsächlich war die Anfrage meiner Großmutter gerade rechtzeitig gekommen. Ich hatte nämlich kürzlich beschlossen, mein Studium auf Lehramt an den Nagel zu hängen. Zu spät gemerkt, dass es nicht das Richtige für mich war. So wie Soziologie bereits zuvor. Meine Mutter hatte genervt die Augen gerollt, mein Vater die Zahlungen für die Studentenbude in einer Freiburger WG eingestellt. Ein bisschen Geld zu verdienen und dabei dem ganzen Weihnachtstrubel aus dem Weg zu gehen, hörte sich in dieser Situation daher ganz gut an.

»Ich bleibe, solange du mich brauchst«, verkündete ich daher und drückte meiner Großmutter einen Kuss auf die Wange. Die erhob sich mit leichtem Ächzen, um in die Küche zu gehen. Von dort duftete es bereits verführerisch nach Mandel, Vanille und Lebkuchen, sodass mir in Vorfreude auf das, was sie dort zauberte, schon jetzt das Wasser im Mund zusammenlief.
Die Tür zur Gaststube flog auf und mit dem eisigen Wind, der dazu noch ein paar Schneeflocken mit sich zog, wirbelte Katia herein.

»Hi!«, rief sie, warf mit einem Tritt schwungvoll die Tür zu und küsste mich gleich darauf auf beide Wangen, während sie sich den gestrickten Schal vom Hals zerrte. »Na, noch nicht in Weihnachtslaune?« Ihre Kopfbewegung deutete ich richtig: Meiner Ex war aufgefallen, dass die Fassade der Pension dieses Jahr so gut wie keinen Weihnachtsschmuck trug. »Nö.« Ich starrte angestrengt auf die zwei knallroten Christbaumkugeln in meinen Händen, bevor ich sie kurzerhand auf dem längsten der inzwischen gedeckten Tische legte. »Rosa kann nicht mehr so und ich …« Der Satz blieb in der Luft hängen. »Du bist immer noch der Weihnachtsmuffel, den ich kenne. Ja, ja.«

Katia hatte sich inzwischen aus ihrem dicken Mantel geschält. Wie üblich standen ihre goldblonden Locken wie wild vom Kopf ab. Selbst wenn sie sie, wie jetzt, am Hinterkopf mit einer Spange zusammengefasst hatte, kringelten sich vorwitzige Strähnen um das runde Gesicht mit den stets etwas leicht geröteten Wangen. Katia sah immer aus, als sei sie gerade leicht aus der Puste geraten. Wir waren einige Jahre lang ein hübsches Paar gewesen. Ich, etwas größer als sie, schlank, mit katzengrünen Augen, das dunkelrote Haar kurz geschnitten und gerne in engen Jeans und Parka oder Lederjacke. Und die weibliche, stets fröhliche Katia in weich schwingenden Kleidern oder langen, bunten Röcken. Das war nun seit über einem Jahr vorbei. Katia würde im kommenden Sommer heiraten und, so hatte sie es bei der Verlobung verkündet, ein halbes Dutzend Kinder bekommen. Unsere Freundschaft hatte die Trennung zu meiner eigenen Verwunderung überstanden. Nach einigen emotionalen Auseinandersetzungen, einem halbherzigen Versuch, Katia zurückzugewinnen, und einer längeren Phase des Schweigens waren wir zu Freundinnen geworden. Wieder. So, wie wir es lange Jahre vor unserer Beziehung schon gewesen waren. Dass Katia hier nach wie vor ein und aus ging, hing aber sicher auch damit zusammen, dass es in meinem Leben seither keine feste Partnerin mehr gegeben hatte.

»Was macht das Studium?« Katia schlängelte sich auf die Bank hinter einem der kleineren Tische und pustete sich wärmend in die bloßen Hände. Während ich ihr einen Kaffee zubereitete, wie sie ihn liebte, sehr heiß, sehr hell, sehr süß, brachte ich Katia auf den aktuellen Stand der Dinge. »Echt? Deine Eltern wollen dich nicht weiter unterstützen? Krass.« Katia griff nach der Tasse, die ich vor sie hingestellt hatte, und hob schnüffelnd die Nase in Richtung Küchentür. »Weihnachtskuchen?« »Ich schau gleich mal, ob er schon fertig ist, du Naschkatze.«

Katia lachte gutmütig auf, bevor sie wieder ernst wurde. »Was machst du denn jetzt? Kein Studium, kein Geld, hört sich nicht gut an.« Ich zuckte mit den Schultern. »Echt, ich glaube, so ein Studium ist überhaupt nichts für mich. Ich fühle mich viel wohler, wenn ich hier herumwuseln kann. Ein kleines Café oder eine Tagesbar mit Kuchen und Snacks, das würde mir gefallen.« »Hm.« Katia blies über den Kaffee und nippte. »Sehr gut«, lobte sie.

»Eben. Kaffee kann ich, Backen kann ich fast schon so gut wie Oma. Von Wein verstehe ich was und was ich noch nicht kann, kann ich lernen.« Wir schwiegen beide eine Weile, dann drehte ich mich um, um in die Küche zu gehen. Noch bevor ich das Büfett erreicht hatte, schwang die Tür erneut auf. Wir wandten beide die Köpfe. Katia nickte der Frau, die hereinkam, freundlich zu und widmete sich ihrem Handy. Ich indessen fühlte mich wie festgefroren beim Anblick der Fremden, die da hereinspazierte.

Celia Martin: Herz unter Eis. Lesbischer weihnachtlicher Liebesroman. Jetzt als ebook.

Herz unter Eis – lesbischer Weihnachtsroman

Wird Ruby Margeaux‘ Herz zum Schmelzen bringen?

Ein weihnachtlicher Liebesroman vor der romantischen Kulisse eines verschneiten Schwarzwaldorts.

Erscheint am 15. Oktober 2020 als ebook.

 

Mein neuer lesbischer Liebesroman

Coming Soon

 

 

„Du hast schon gesehen, dass sie einen Ring trägt?“

Weihnachtsmuffel Ruby hat ihr Studium geschmissen und greift lieber ihrer Großmutter in deren kleiner Pension unter die Arme. Als die melancholische Margeaux dort ein Zimmer mietet, zieht sie sofort Rubys Aufmerksamkeit auf sich. Warum will eine verheiratete Frau die Feiertage ganz alleine in einem abgeschiedenen Ort verbringen? Und was macht sie so traurig? Gegen den Widerstand ihrer besten Freundin Katia und Oma Rosa tut Ruby alles, um der Fremden näherzukommen. Bis sich in einer dramatischen Winternacht das Rätsel zu lösen scheint. Doch als ein Unbekannter am Ort auftaucht, muss Ruby feststellen, dass Margeaux mehr verbirgt, als sie offenbart.

Zwei Frauen.

Die eine sucht noch nach ihrem Platz im Leben. Die andere scheint bereits damit abgeschlossen zu haben.

Werden ihre aufkeimenden Gefühle füreinander Bestand haben?

 

„Herz unter Eis“ erscheint am 15. Oktober

 

 

 

Einen Winterroman im Sommer schreiben

Neuer lesbischer Weihnachtsroman

Wenn es draußen brütend heiß ist.

Die Nächte so warm, dass man sich fühlt wie ein Ei, das ausgebrütet wird.

Dann liegt der Gedanke an einen Roman, der im Winter spielt, nicht so nah, oder?

Bei mir ist es zurzeit genau so. Ich schreibe unter dem beruhigenden Surren meines Standventilators an einem neuen Roman, der im Winter, genauer zur Weihnachtszeit, spielt. Es ist klirrend kalt, meine Protagonist*innen laufen in dick gefütterten Stiefeln und Mänteln, angetan mit Strickmützen, Schals und Handschuhen durch die Gegend. Manchmal bricht mir beim Schreiben daher schon selbst der Schweiß aus …

Vielleicht fragt ihr euch, wie man das macht. Sich so in diese Winterzeit zu versetzen, wo rund um mich herum doch alles ganz anders aussieht. Ich habe einige Schreibtipps und Schreibtricks, damit mir das gelingt.

1. Ich führe ein Wettertagebuch. Nicht einfach eines, in dem es stürmt, schneit oder die Sonne scheint. Schon etwas präziser. Fette Schneeflocken, die vom Himmel taumeln. Feiner, scharfkantiger Schnee, den der Wind wie Nadeln auf der Haut prickeln lässt. Eisige Kälte, aber so gar kein Schnee … usw. Beim Schreiben kann ich mir dann für jeden Tag etwas heraussuchen, ohne lange nachdenken zu müssen.

2. Ich schaue mir Winterfotos an. Sehr gerne auf Pixabay. Blättere ich erst einmal durch, wird das Winterfeeling schon spürbarer. Ein besonders schönes Foto drucke ich mir aus und hänge es an die Pinnwand.

3. Ich schaue mir einen Film an, der im Winter/an Weihnachten spielt. Volle Dosis mit allem Drum und Dran.

Vielleicht seid ihr jetzt schon gespannt? Ich hoffe es.

So, und jetzt hänge ich mir ein bisschen Lametta an den Bildschirm und weiter geht es.

Grafik: geralt/pixabay

 

 

Rezensionen zu „Verliebt in Lady Boss“ oder „Wie es euch gefällt“

Es ist schon ein ganz besonderes Gefühl, wenn der aktuelle Roman bereits seit über 8 Wochen unter den Top Ten bei amazon unter der Bestseller-Rubrik „Belletristik für Lesben“ steht.

 

 

 

Einige Meinungen zu „Verliebt in Lady Boss“:

„Neee, wat schön. Das ist wirklich eine sehr schöne Geschichte mit Spannung und Happy End.“ – Rezensent*in auf amazon

„Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen, so dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnt.“ – Rezensent*in auf amazon

„Eine wunderbare Liebesgeschichte (…) Ein Lesevergnügen“ – Rezensent*in auf Hugendubel

„Eine tolle Geschichte, ich konnte nicht aufhören zu lesen, und war fast traurig als ich am Ende war.“ – Rezensent*in auf amazon

(… to be continued)

 

 

Ich freue mich immer, wenn Leser*innen ihre Eindrücke teilen. Eure Rezensionen sind wichtige Rückmeldungen für mich und Orientierungshilfen für andere. Ganz herzlichen Dank!

 

 

Wie fühlt es sich an …

… ein Buch fertiggeschrieben zu haben, zu wissen, dass die Leser*innen es in der Hand halten, sich in die Geschichte hineinträumen können?

Für mich ist es immer ein bisschen zwiespältig. Wird jede*r der/die es liest, dieselben Empfindungen haben, die ich beim Schreiben hatte? Trifft mein Humor ins Schwarze? Sind die romantischen Szenen genau richtig? Solange ich am Schreibtisch sitze, solange ich meine Figuren entwerfe, an der Handlung feile, recherchiere (über Gewächshäuser, zum Beispiel, oder über Island für Verliebt in Lady Boss), befinde ich mich in einer Art Blase. Die ich tatsächlich ungern verlasse. Ich bin beim Schreiben einer neuen Geschichte ganz in dieser drin. Dann kommt er, der Moment des Loslassens. Tataa! Die Story erblickt das Licht der Welt und auf einmal scheint sie sich von der Geborgenheit meines Arbeitszimmers in das grelle Licht der Welt (tatsächlich gibt es etliche ausländische Fans. Merci, Thank you, Grazie, Gracias an dieser Stelle) zu bewegen. Es ist dieselbe Geschichte. Es sind dieselben Protagonisten. Aber werden Sie von euch da draußen auch so wahrgenommen, wie von mir? So lieb gewonnen? Tatsächlich kann ich manchmal schwer loslassen. Auch Tage, nachdem ich das endgültige ENDE unter die Geschichte gesetzt habe, bin ich immer noch mit ihr verbunden. Bis dann, ganz langsam, sich eine neue Story heranpirscht. Aber das ist eine andere Geschichte …

Bis bald! Eure Celia